27. März 2026
Sie leiden häufig unter Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfungen? Einen erkennbaren Grund für diese Beschwerden scheint es jedoch nicht zu geben? Nach dem klärenden Besuch in einer gastroenterologischen Praxis und einer endoskopischen Untersuchung kann die Diagnose Reizdarm oder Reizdarmsyndrom im Raum stehen.
Was man konkret unter Reizdarm versteht, welche Behandlungsmethoden es gibt und was Sie selbst gegen die Beschwerden tun können – das erfahren Sie hier.
Was ist ein Reizdarm?
Das Reizdarmsyndrom gehört zu den häufigsten funktionellen gastrointestinalen Erkrankungen. Die Betroffenen sind aufgrund der vielfältigen und immer wiederkehrenden Bauchbeschwerden in ihrem Alltag häufig stark eingeschränkt. Deshalb ist der Wunsch nach einer gezielten Verbesserung der Symptome und damit des Gesamtwohlbefindens besonders groß.
Doch was steckt eigentlich hinter der Diagnose Reizdarm? Vom Reizdarmsyndrom spricht man, wenn Darmbeschwerden über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten andauern. Die Symptome sind dabei so intensiv und regelmäßig, dass sie den Alltag der Betroffenen erheblich belasten. Wenn keine andere Erkrankung diagnostiziert werden kann, welche die Symptome erklären oder verursachen könnte, spricht man von Reizdarm.1
Symptome bei Reizdarm
Zu den Anzeichen für Reizdarm zählen:
- Drückendes Gefühl im Bereich des Unterbauchs
- Blähungen bei Reizdarm
- Bauchschmerzen oder -krämpfe, die sich nach dem Stuhlgang verändern
- Unregelmäßiger Stuhlgang/unregelmäßige Stuhlkonsistenz
- Durchfall
- Verstopfung
- Unwohlsein
- Völlegefühl
Diagnose von Reizdarm
Um die Diagnose Reizdarm stellen zu können, werden zunächst detailliert die Beschwerden, etwaige Medikamente und Lebensumstände erfasst. Es folgt eine körperliche Untersuchung und gegebenenfalls der Einsatz von Fragebögen. Tests wie Blutuntersuchungen, Stuhlproben, Ultraschall und Darmspiegelungen dienen dazu, andere Erkrankungen auszuschließen, die ähnliche Symptome verursachen könnten.
Wenn im Rahmen der Untersuchung keine organischen oder metabolischen Ursachen wie Geschwüre, Zysten, Tumore oder Stoffwechselerkrankungen festgestellt werden können, folgt in der Regel die Diagnose Reizdarm. Denn bei einem gereizten Darm sind gemäß der Definition von Reizdarm diagnostisch keine sichtbaren Veränderungen zu erkennen. Vielmehr können Störungen der Funktionalität und Regulation des Darms vorliegen. Daher spricht die Medizin von funktionellen Erkrankungen.
Die drei Reizdarm-Typen (S3 Leitlinie):
- Typ I (Diarrhoe dominant): Durchfall als Hauptsymptom
- Typ II (Obstipation dominant): Regelmäßige Verstopfungen
- Typ III (Diarrhoe und Obstipation im Wechsel): Abwechselnd Durchfall und Verstopfung
Reizdarm: wie lange dauern die Beschwerden?
Wie lange einen die Symptome von Reizdarm begleiten, variiert von Person zu Person. Bei einigen Betroffenen können die Symptome nach einiger Zeit von selbst abklingen, während das Syndrom bei anderen langfristig bestehen bleibt.2
Ursachen für Reizdarm
So diffus die Beschwerden sein können, so stark variieren auch ihre möglichen Ursachen.
- Als Auslöser für einen Reizdarm werden unter anderem gestörte Bewegungsabläufe der Darmmuskulatur (Motilitätsstörungen) und Übersensibilität Störungen in der Wahrnehmung der Darmwand diskutiert. Dies hat z. B. zur Folge, dass der Nahrungsbrei entweder zu lange im Darm verweilt oder zu schnell den Darmtrakt passiert oder dass eigentlich normale Verdauungsabläufe zu stark wahrgenommen werden. So kann es zu krampfartigen Bauchschmerzen, Blähungen und Verstopfung beziehungsweise Durchfall kommen.
- Auch Entzündungen in der Darmschleimhaut und eine generelle Überempfindlichkeit im Bereich des Bauchhirns und der Darm-Hirn-Achse können Reizdarmbeschwerden verursachen. Mögliche Auslöser sind verbleibende Mikroentzündungen nach Magen-Darm-Infektionen oder überempfindliche Reaktionen des Magen-Darm-Traktes, z. B. auf äußere Einflüsse wie körperliche Belastungen oder dauerhaften Stress.
- Die Psyche nimmt ebenfalls Einfluss auf den Darm. Intensiver Stress5, tiefe Trauer oder andere belastende Situationen können die Darmtätigkeit herabsetzen oder beschleunigen. Es kann aber auch ein Kreislauf beginnen: Darmbeschwerden wie ständiger Durchfall, Schmerzen oder Blähungen wirken sich wiederum negativ auf die Psyche aus. Die Betroffenen fühlen sich unwohl und ziehen sich aus ihrem sozialen Leben zurück. Ist die Psyche angegriffen, können sich gleichzeitig auch über die Darm-Hirn-Achse die Symptome verstärken.
Wie lässt sich ein Reizdarm behandeln?
Für das Reizdarmsyndrom gibt es aufgrund der individuellen Ausprägung der Erkrankung keine allgemeingültige Behandlungsmethode. Neben einer medikamentösen Therapie können Betroffene auch selbst einiges tun, um die Beschwerden langfristig abzumildern: Dazu kann z. B. eine gezielte Umstellung der Ernährung oder der bewusste Umgang mit anhaltenden psychischen Belastungen in Alltag und Beruf gehören.
Pflanzliche Medikamente gegen Reizdarm
Ein gereizter Darm reagiert extrem empfindlich auf äußere und innere Reize. Für die medikamentöse Reizdarm-Behandlung sind daher Arzneimittel angezeigt, die zuverlässig, wirksam und zum Beispiel mit natürlicher Pflanzenkraft gegen die Beschwerden vorgehen.
Die einzigartige Kombination von sechs Heilpflanzen in Iberogast® ADVANCE enthält einen hohen Anteil an beruhigenden, schleimhautschützenden und entzündungshemmenden Extrakten. Diese beruhigen den gereizten Magen und Darm und regulieren die Magen- und Darm-Funktion. Das pflanzliche Arzneimittel hilft, häufig wiederkehrende Beschwerden wie Bauchschmerzen, Völlegefühl, Bauchkrämpfe, Blähungen, Sodbrennen und Übelkeit umfassend zu lindern. Iberogast® trägt damit dazu bei, auf natürliche Weise das persönliche Wohlbefinden zurückzugewinnen.
Iberogast® ADVANCE
Bei häufigen und wiederkehrenden funktionellen Magen-Darm-Beschwerden sowie Reizmagen- und Reizdarmsyndrom
Ergänzende Hausmittel bei Reizdarm
Das Reizdarmsyndrom erfordert eine ganzheitliche Behandlung. Pflanzliche Arzneimittel, wie die Präparate von Iberogast®, sind nur ein Teil einer umfassenden Therapie des Reizdarmsyndroms. Unterstützende Maßnahmen können dazu beitragen, das allgemeine Wohlergehen zusätzlich zu steigern. Wir stellen einige Hausmittel gegen einen nervösen Darm vor.
- Wärme entspannt die Muskeln
Von außen zugeführte Wärme einer Wärmflasche, warme Wickel oder ein Kirschkernkissen sind eine Wohltat für den gereizten Darm. Die Durchblutung wird angeregt, Verspannungen lösen sich. Ein warmes Lavendelbad entspannt den unruhigen Darm zusätzlich durch die natürliche Wirkung des ätherischen Öls. - Bewegung tut dem Darm gut
Es mag zunächst wie ein Widerspruch klingen, aber Sport kann helfen! Sanfte Ausdauersportarten wie Wandern, Walken, Radfahren aber auch Schwimmen regen die Darmbewegung an. Dadurch können träge Magen-Darm-Muskeln wieder zur Bewegung angeregt werden. - Trinken Sie ausreichend
Ob Sie unter Verstopfung oder Durchfall leiden – eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme ist immer wichtig. Trinken Sie täglich mindestens 1,5 bis 2 Liter, um Ihren Stoffwechsel in Schwung zu halten. - Mit Heilpflanzen auf natürliche Weise eingreifen
Nutzen Sie zur Unterstützung Ihres Darms die positiven Eigenschaften diverser Heilpflanzen, zum Beispiel in Form eines Tees. Pfefferminzöl, Kurkuma, Myrrhe oder Kamille können die Symptome eines verspannten Darms auf natürliche Weise zusätzlich mildern. - Leinsamen als natürliches Bindemittel
Selbstverständlich spielt auch die Ernährung bei Reizdarm eine wichtige Rolle. Bei ausgeprägten Durchfällen sind Leinsamen in der Lage, auf natürliche Weise das Wasser aus dem Darm zu binden oder den Stuhl weniger flüssig zu machen. Essen Sie nicht mehr als zwei Esslöffel Leinsamen pro Tag und achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr1.
Quellen
1 Cozma-Petruţ A, Loghin F, Miere D, Dumitraşcu DL. Diet in irritable bowel syndrome: What to recommend, not what to forbid to patients!. World J Gastroenterol. 2017;23(21):3771-3783. doi:10.3748/wjg.v23.i21.3771, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5467063/
2 nutrimmun, FODMAP-Diät: Ernährungskonzept bei Reizdarm, online, Stand: 05/2021, https://nutrimmun.de/de/fodmap-ernaehrung-bei-rds/
3 Chey WD, Kurlander J, Eswaran S. Irritable bowel syndrome: a clinical review. JAMA. 2015 Mar 3;313(9):949-58. doi: 10.1001/jama.2015.0954. PMID: 25734736., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25734736/
4 Defrees DN, Bailey J. Irritable Bowel Syndrome: Epidemiology, Pathophysiology, Diagnosis, and Treatment. Prim Care. 2017 Dec;44(4):655-671. doi: 10.1016/j.pop.2017.07.009. Epub 2017 Oct 5. PMID: 29132527., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29132527/
5 Raskov H, Burcharth J, Pommergaard HC, Rosenberg J. Irritable bowel syndrome, the microbiota and the gut-brain axis. Gut Microbes. 2016 Sep 2;7(5):365-83. doi: 10.1080/19490976.2016.1218585. Epub 2016 Jul 29. PMID: 27472486; PMCID: PMC5046167., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27472486/