Reizdarm: Symptome, Ursachen und Hilfe

Manche Menschen leiden häufig unter Bauchschmerzen, Blähungen,Durchfall oder Verstopfung und kennen gar nicht den Grund dafür. Nach dem klärenden Besuch beim Arzt kann die Diagnose „Reizdarm“ im Raum stehen. Was konkret darunter zu verstehen ist, welche Behandlungsmethoden es gibt und was Sie selbst gegen die Beschwerden tun können, erfahren Sie hier.

Reizdarm: Mögliche Symptome in der Übersicht

  • Drückendes Gefühl im Bereich des Unterbauchs
  • Blähungen
  • Bauchschmerzen, die sich nach dem Stuhlgang verändern
  • Unregelmäßiger Stuhlgang/unregelmäßige Stuhlkonsistenz
  • Durchfall
  • Verstopfung
  • Unwohlsein
  • Völlegefühl

Der Reizdarm als Krankheitsbild

Beim Reizdarm ist der Darm nicht krankhaft verändert. Das heißt, Ärzte können mit ihren Diagnoseverfahren keine organischen Ursachen wie z.B. Geschwüre, Zysten oder Tumoren feststellen. Vielmehr werden als Ursache gestörte Bewegungsabläufe der Darmmuskulatur und Übersensibilität der Darmwand vermutet. Dies hat zur Folge, dass der Nahrungsbrei entweder zu lange im Darm verweilt oder zu schnell den Darmtrakt passiert. So kommt es zu krampfartigen Bauchschmerzen, Blähungen und Verstopfung beziehungsweise Durchfall.

Man kann vier Reizdarm-Typen unterschieden (S3-Leitlinien):

  • Typ I (Diarrhoe dominant): Das Hauptproblem des Erkrankten ist Durchfall.
  • Typ II (Obstipation dominant): Dieser Krankheitstyp zeichnet sich durch regelmäßige Verstopfungen aus.
  • Typ III (Diarrhoe und Obstipation im Wechsel): Erkrankte haben abwechselnd Durchfall und Verstopfung.
  • Typ IV (Meteorismus): Dieser Reizdarm-Typ hat in erster Linie mit starken Blähungen und krampfartigen Schmerzen zu kämpfen.

Die Psyche nimmt ebenfalls Einfluss auf den Darm. Großer Stress oder tiefe Trauer können die Darmtätigkeit herabsetzen oder beschleunigen. Es kann aber auch ein Kreislauf beginnen: Darmbeschwerden wie ständiger Durchfall, Schmerzen oder Blähungen wirken sich wiederum negativ auf die Psyche aus, die Patienten fühlen sich unwohl und ziehen sich aus ihrem sozialen Leben zurück. Ist die Psyche angegriffen, verstärken sich gleichzeitig die Symptome des Reizdarms – der Kreislauf schließt sich.

Hilfe bei Reizdarm

Für das Reizdarmsyndrom gibt es aufgrund der ganz individuellen Ausprägung der Erkrankung keine allgemeingültige Behandlungsmethode. Neben einer Therapie mithilfe von passenden Medikamenten, können Betroffene selbst einiges tun, um die Beschwerden langfristig abzumildern.

Medikamentöse Behandlung bei Reizdarm

Gut geeignet zur Behandlung von Reizdarm ist das pflanzliche Kombipräparat Iberogast®. Es setzt an den verschiedenen Symptomen und Ursachen des Reizdarm- und Reizmagensyndroms an und ist dabei gut verträglich.

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Daneben kann Durchfall mit sogenannten Antidiarrhoika behandelt werden; diese hemmen die Darmtätigkeit, sodass der Stuhl länger im Darm bleibt und eingedickt wird. Bei Verstopfung hingegen kommt löslichen Ballaststoffen wie Flohsamen eine besondere Bedeutung zu, welche die Darmtätigkeit anregen.

Gegen krampfartige Schmerzen können Spasmolytika helfen. Diese lockern die verkrampfte Darmwand beispielsweise nach einer Mahlzeit.

Selbsthilfe bei Reizdarm

Menschen mit Reizdarmsyndrom sollten sich insbesondere mit Ihrem Alltag und Ihren Ernährungsgewohnheiten auseinandersetzen.

Reizdarm-Patienten - Folgende Tipps können Sie beachten:

  • Stress meiden: Natürlich ist es unmöglich, sämtlichen Stresssituationen aus dem Weg zu gehen. Dennoch sollten Sie versuchen, entspannte Momente in Ihren Alltag zu integrieren. Das kann ein Kräuterbad mit Lavendelzusatz am Abend sein, ein ausgedehnter Spaziergang in der Mittagspause oder ein gemütliches Treffen mit Freunden am Wochenende. Überlegen Sie sich außerdem, welche Aufgaben Sie abgeben können. Eine Haushaltshilfe könnte Ihnen beispielsweise das Putzen abnehmen, ein Babysitter macht einen romantischen Abend zu zweit möglich.
  • Ausreichend bewegen: Joggen, Schwimmen oder Radfahren regt die Verdauung an und ist daher besonders gut für Menschen mit reizdarmbedingter Verstopfung geeignet. Versuchen Sie, zwei sportliche Einheiten pro Woche zu integrieren. Wie lange diese ausfallen, hängt natürlich von Ihrer allgemeinen körperlichen Fitness ab.
  • Richtig ernähren: Für Menschen mit einem Reizdarm gibt es keine spezielle Diät. Dennoch lohnt es sich, die eigenen Ernährungsgewohnheiten umzustellen, um den Magen-Darm-Trakt nicht unnötig zu belasten. Meiden Sie daher fettreiche, stark gewürzte, sehr süße oder übermäßig salzige Gerichte. Zudem ist es ratsam, täglich rund zwei Liter Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Sollten Sie auf bestimmte Inhaltsstoffe reagieren, ist es ratsam, diese vollständig vom Speiseplan zu streichen.

Lernen, mit der Reizdarm-Erkrankung umzugehen

Zunächst ist es wichtig, einen Mediziner für die ärztliche Begleitung Ihrer Erkrankung zu wählen, dem Sie vertrauen und der entsprechende Erfahrungen im Gebiet des Reizdarms/Reizmagens vorzuweisen hat. Dieser kann Sie unterstützen und Ihnen wertvolle Tipps mit auf den Weg geben.

Für viele Menschen wird es zudem leichter, mit Reizdarm umzugehen, wenn Sie Ihren engsten Familien- und Freundeskreis darüber informieren. Obgleich dies kein Thema ist, mit dem man gerne hausieren geht, kann es dennoch das persönliche Verhältnis positiv beeinflussen. Ein Beispiel: Wenn Sie eine Verabredung absagen müssen, weil es Ihnen nicht gut geht, wird Ihnen dies keiner übelnehmen oder gar als Ausrede abstempeln.

Außerdem können Sie einige Vorsichtmaßnahmen treffen, um unangenehme Situationen zu vermeiden. Wenn Sie beispielsweise zu Durchfall neigen, sollten Sie immer, bevor Sie das Haus verlassen, nochmals die Toilette aufsuchen. Zudem gibt es spezielle Einlagen für die Unterwäsche, die im Fall der Fälle helfen. Eine überempfindliche Reaktion auf bestimmte Inhaltsstoffe in Lebensmitteln können Sie vermeiden, indem Sie sich im Restaurant beim Kellner über Zusätze erkundigen.

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